Taekwondo ist eine moderne, dynamische Kampfsportart koreanischen Ursprungs. Jede Silbe des Wortes ergibt sich aus einem koreanischen Schriftzeichen, das jeweils für eine bestimmte Charakteristik dieser Kampfsportart steht:


(Tae) bedeutet „treten“ und „springen“ und steht für die Bein- und Fußtechniken
  (Kwon) bedeutet „Faust“ und steht für die Arm- und Handtechniken
  (Do) bedeutet „Weg“ und „Disziplin“ und umschreibt den körperlichen und geistigen Reifeprozess, der durch stetiges Training durchlaufen wird

Besonders markant am Taekwondo ist der überwiegende Einsatz von Fußtechniken. Neben Boxen und Judo ist Taekwondo die dritte Kampfsportart, die als Olympische Disziplin anerkannt wurde. Dabei konnte es sich gegen das Karate durchsetzen, das auch in Erwägung stand. Das traditionelle Taekwondo wie es auch bei uns gelehrt wird, beinhaltet mehrere unterschiedliche Elemente:

Kampf

In unserer Schule wird Leichtkontakt und kontaktlos gekämpft. Das heißt, man kämpft mit Hand und Fußschützern. Es gibt kein Ko. Bestreben ist es, durch Treffer Punkte zu erzielen.

Wettkampf

Das Wettkampf-Taekwondo ist ein Vollkontaktsport. Das heißt Angriffe auf den Gegner dürfen mit voller Stärke erfolgen. Um die Verletzungsgefahr gering zu halten tragen die Kämpfer eine Schutzausrüstung, bestehend aus Kopfschutz, Zahnschutz, Unterarm- und Schienbeinschoner, Tiefschutz und eine Kampfweste, die den kompletten Brust- und Bauchbereich bedeckt. Erlaubt sind alle Fuß- und Fausttechniken. Angriffe dürfen allerdings nicht unterhalb der Weste, auf den Rücken oder auf den Hinterkopf des Gegners erfolgen. Fausttechniken dürfen zusätzlich nicht zum Kopf ausgeführt werden.
Der Gewinner wird anhand der Punktzahl bestimmt, die durch drei Punktrichter ermittelt wird. Ein Punkt wird dann gegeben, wenn ein Angriff mit einer kraftvollen Wirkung auf eine erlaubte Trefferfläche erfolgt und zwei der drei Punktrichter den Angriff als Treffer anerkennen. Beim erzielen eines Kopftreffers werden zwei Punkte erteilt. Ist ein Kämpfer vorzeitig kampfunfähig (durch Verletzung oder Knock Out), so wird sein Gegner zum Sieger erklärt.

Selbstverteidigung

Bei der Selbstverteidigung wird die Umsetzung von Taekwondotechniken in Alltagssituationen trainiert. Während Anfänger zunächst Schrittweise die Abwehr von Angriffen durch unbewaffnete Gegner erlernen, werden fortgeschrittene Schüler auch in die Abwehr von Messer- und Stockangriffen eingewiesen.

Bruchtest

Zur Überprüfung der Stärke und der technisch sauberen Ausführung eines Schlages oder eines Trittes dient der Bruchtest. Dem Ausführenden sollte diese Tatsache bewusst sein, da die erfolgreich ausgeführte Technik hier zur Zerstörung eines Gegenstandes führt, was sonst im Widerspruch zu den Grundsätzen des Taekwondos steht.

Gürtelsystem

Um dem Schüler zu ermöglichen seinen eigenen Fortschritt festzustellen, gibt es im Taekwondo ein Graduierungssystem, das wie auch in einigen anderen Kampfsportarten durch verschiedenfarbige Gürtel realisiert wird. Dabei steht jede Gürtelfarbe für einen bestimmten Rang.

Die Schülergrade, werden absteigend vom 10. bis zum 1.Kup eingeteilt. Die einzelnen Gürtelfarben der Schülergrade können dem nebenstehenden Bild entnommen werden. Die Meistergrade werden ansteigend vom 1. bis zum 9. Dan eingeteilt. Ab erreichen des 1. Dans ist ein Taekwondoin berechtigt den schwarzen Gürtel zu tragen. Von 1-3 Dan ist Leistungsgrad, ab 4 Dan ist man Lehrmeister, ab 5 Dan, Großmeister.

Das Erreichen einer höheren Graduierung ist geknüpft an Prüfungen, die in regelmäßigen Abständen absolviert werden können. Prüfungen enthalten sowohl traditionelle Techniken und Formenlauf, als auch Wettkampfelemente. Ab dem 7. Kup muss zusätzlich auch ein Bruchtest absolviert werden.

Hyong -Form

Hyong -Form 

 

Steigerung der Konzentration

In den alten Zeiten übten die Schüler noch nicht mit Partnern, aus Sorge, sie zu verletzen. So wurden bestimmte Bewegungsabläufe festgelegt, die Formen, ursprünglich die Hyongs. Diese sind der Kampf gegen mehrere fiktive Gegner. Hier können die Angriffs- und Abwehrbewegungen ohne jedes Abstoppen mit aller Konsequenz, Stärke und Härte ausgeführt und realistisch geübt werden.

Die Hyong im traditionellen Taekwondo stellt eine Auseinandersetzung mit imaginären Gegnern dar, bei der speziell Gedächtnis, Koordination und Atmung geschult werden. Sie ist eine vorgeschriebene Reihenfolge von Abwehr- und Angriffstechniken, in deren Darstellung und Interpretation sich die Persönlichkeit des Ausführenden wiederspiegelt.

Ursprünglich gab es 20 Hyongs welche später auf 24 Hyongs erweitert wurden. Wiederum später wechselten manche Meister von der Hyong zur Poomse.

Alle Kampftechniken im traditionellen Taekwondo werden in den Hyongs verwendet und trainiert.

Somit können die Hyongs auch als Lexiko des Taekwondo bezeichnet werden.

Eine saubere und richtige Beinstellung ist ebenso erforderlich wie die richtige und schnelle Ausführung der Bein-, Hand-, und Armtechniken.

Wer also den korrekten Ablauf der Hyongs nicht erlernen kann oder will, der wird auch in den folgenden Disziplinen, dem Taeryon und dem Kyek Pa, nicht sein wahres Können erreichen.

 1. Chon Ji Hyong  

 2. Tan Gun Hyong  

 3. To San Hyong 

 4. Won Hyo Hyong

 5. Yul Kook Hyong 

 6. Chung Gun Hyong 

 7. Toi Gey Hyong 

 8. Hwa Rang Hyong

 9. Chung Mu Hyong 

10. Gwang Gae Hyong 

11. Po Eun Hyong

12. Gae Bak Hyong

13. Yu Sin Hyong

14. Chung Yang Hyong

15. Ul Chi Hyong

16. Sam Il Hong

17. Ko Dang Hyong

18. Choi Yong Hyong

19. Se Yong Hyong

20. Tong Il Hyong